Sirenengesang

Juli 1, 2009

So ist es Zeit – zu gehen,
entschwinde mein Freund,
wir werden uns verwehen.

Hinaus in alle Zeit und Reise,
Du findest alles – durch Dich allein,
auf Deine einzigartige Weise.

Nichts im Gepäck, nicht einen Stein,
Nicht einmal das Vergessen,
als Farbe berührt – im Hier- und Anderssein.

Im Windgespiel begriffen,
setze alles willentlich fort,
der innersten Aufruhr entschliffen,
zieh Dich – liebevoll – zum entsehnten Ort.

(© RainDeLaSoul, 06-2009)

Eine Narbe

März 8, 2009

Ein Stück vom Ende,
greift sich manchmal entlang der Stille und behände,
das was am tiefsten bindet,
auf das es sich der Berührung entwindet,
und sich in Sehnsucht gebiert,
in Form einer Narbe, die sich nie – verliert.

(© RainDeLaSoul, 03-2009)

Verschwunden

Februar 28, 2009

Nichts ist da,
wo es vorher einmal war.

Wo es nicht gewesen,
nicht sein sollte – auserlesen.

Wo es dennoch wa(h)r,
ein Berühren so wunderbar.

In sich verbunden,
still entsagt – und verschwunden.

Aus den Augen,
im haltenden Glauben.

Verstanden im Schweigen,
entlöst im glitzernden Reigen.

Fern dem Sehen,
und berauscht im trüben Verstehen.

(RainDeLaSoul, 02-2009)

Ein Gedicht

Januar 3, 2009

Hier – in diesem Wort „Gedicht“,
ich” sich inmitten als Expression verbirgt,
und unter erwählt besonderem Licht,
in diesen stummen Zeilen – lebt und wirkt.

Auch ein „Dich” ist anschlossen zu erkennen,
und regt gewiss an in Farben zu denken,
Dich als sein Leser will es so benennen,
um selbstlos Impressionen zu schenken.

Dicht” erscheint gar seltsam diese Nähe,
im weiten Raum des betrachtenden Verstehens,
auch Unverständnis, welches Ferne erspähe,
gleicht einer Berührung und ist nicht vergebens.

So „ge(h) ich” ein Stück mit – und neben Dir,
hinterlasse ein paar Spuren in Deinem Sand,
Du bist der Dichter, und es zu vollenden,
liegt wie ein Keimling – allein in Deiner Hand.

Geh Dicht” und lausche – in Dich selbst hinein,
solang Deine Zeit Dich verweilend hält,
es malt nie wirklich mehr, als Dein Augenschein,
ein „Gedicht” entlöst nur Farben – aus Deiner Welt.

(© RainDeLaSoul, 01/2009)

Absturz

Januar 3, 2009

Zerfleischend in unnachahmlicher Weise,
bis das Loslassen sich erzwingt,
nichts wird halten, gebrochen, ob laut, ob leise,
abgewurzelt, auf das es stürzend sich bedingt.

Im Bewusstsein wie Fleisch behände lenkt,
durch pressende Wortgebildeklagen giert,
belächelt, selbsterhaltend sich verrenkt,
und kopflos – eigens ins Schwarz stranguliert.

(© RainDeLaSoul, 01/2009)